Drei Spiele, drei Siege, 8:1 Tore. Die Schweizer Nationalmannschaft marschiert durch die Nations League wie ein Uhrwerk. Und mitten in diesem Höhenflug stehen acht Spieler mit afrikanischen Wurzeln.
Sie verkörpern die moderne Schweiz: vielfältig, schnell, technisch stark und voller Energie.
Allen voran Zeki Amdouni (tunesische Wurzeln). Der Angreifer ist der Mann dieser Nations-League-Kampagne. Vier Tore in drei Partien. Gegen Slowenien traf er einmal, gegen Schottland doppelt und gegen Nordmazedonien erneut. Wenn die Schweiz einen Vollstrecker braucht, dann ist derzeit Amdouni zur Stelle. Seine Effizienz erinnert an die besten Schweizer Turnierstürmer der letzten Jahrzehnte.
An seiner Seite glänzte Dan Ndoye (senegalesische Wurzeln) mit Tempo, Direktheit und Tiefgang machen ihn zu einer Waffe, gegen die jede Abwehr Mühe hat.
Defensiv gehörte Zachary Athekame (kongolesische Wurzeln) zu den grossen Gewinnern dieser drei Länderspieltage. Der Rechtsverteidiger stand in allen drei Partien auf dem Feld und erledigte seine Arbeit mit bemerkenswerter Ruhe. Keine Schlagzeilen, keine Fehler, dafür Beständigkeit. Genau jene Qualitäten, die Nationaltrainer Murat Yakin von seinen Verteidigern verlangt.
Im Abwehrzentrum gab Manuel Akanji (nigerianische Wurzeln) der Mannschaft Stabilität. Der Innenverteidiger strahlte seine gewohnte Autorität aus. Die Schweiz kassierte in drei Spielen nur einen Gegentreffer. Das ist auch ein Verdienst des Abwehrchefs.
Dazu kamen die jungen Athleten Josef Manzambi, Winsley Boteli (beide kongolesische Wurzeln), Alvyn Sanches und Joël Monteiro (beide kapverdische Wurzeln). Sie stehen für die nächste Generation einer Nationalmannschaft, deren Talentpool so breit ist wie selten zuvor. Allein ihre Präsenz im Kader zeigt, wie erfolgreich die Nachwuchsarbeit inzwischen funktioniert.
Das bemerkenswerte Fazit: Die acht Spieler mit afrikanischen Wurzeln erzielten fünf der acht Schweizer Tore und hatten entscheidenden Anteil an der makellosen Bilanz von neun Punkten aus drei Spielen. Doch ihre Bedeutung lässt sich nicht nur in Toren messen. Sie bringen Tempo, Physis, Technik und Mentalität ein. Gemeinsam mit ihren Teamkollegen formen sie eine Mannschaft, die derzeit nicht spektakulär wirkt, aber äusserst effizient.
Die Schweiz gewinnt derzeit nicht mit Glanz und Glamour. Sie gewinnt mit Substanz. Und ein wesentlicher Teil dieser Substanz stammt von acht Spielern mit afrikanischen Wurzeln, die dem Nationalteam in diesen ersten drei Nations-League-Partien ihren Stempel aufgedrückt haben.