Der Prophet Jeremia (Bild: Africup.net).

Berufen: Gott sieht, was in dir steckt

Kennst du das Gefühl, nicht gut genug zu sein? Du spürst vielleicht, dass Gott dich gebrauchen möchte, doch gleichzeitig kommen Zweifel auf: «Ich kann das nicht. Ich bin nicht bereit. Mir fehlt die Erfahrung. Andere können das viel besser als ich.»

Genau so erging es Jeremia. Als Gott ihn berief, sah Jeremia vor allem seine eigenen Grenzen. Er fühlte sich zu jung und traute sich nicht zu, Gottes Auftrag zu erfüllen. Doch Gott liess sich von Jeremias Einwänden nicht aufhalten. Er sah mehr in ihm, als Jeremia selbst sehen konnte.

Gott beruft dich nicht, weil du vollkommen bist, sondern weil er einen Plan für dein Leben hat.

Gott sieht die Möglichkeiten

Vielleicht wartest du darauf, dass du mutiger, begabter oder erfahrener wirst, bevor du den nächsten Schritt wagst. Doch Gottes Ruf beginnt oft genau dort, wo unsere eigenen Möglichkeiten enden. Er sucht nicht Menschen, die alles können, sondern Menschen, die bereit sind, ihm zu vertrauen.

Das bedeutet nicht, dass du niemals Angst haben wirst. Es bedeutet, dass deine Angst nicht das letzte Wort haben muss. Gott versprach Jeremia, bei ihm zu sein. Seine Gegenwart sollte Jeremias Sicherheit werden – nicht seine eigene Stärke.

Gott ruft dich

Vielleicht fordert Gott dich heute heraus, ein ermutigendes Wort auszusprechen, jemandem zu vergeben, für deinen Glauben einzustehen oder einen Schritt zu wagen, der dir unmöglich erscheint. Du musst nicht schon wissen, wie alles gelingen wird. Entscheidend ist, dass du dem vertraust, der dich ruft.

Vergiss nicht: Gott kennt deine Schwächen, deine Fragen und deine Unsicherheiten. Und trotzdem ruft er dich. Er sieht nicht nur, was dir fehlt, sondern auch das, was er selbst in dich hineingelegt hat. Wo deine Kraft nicht ausreicht, darf seine Kraft wirksam werden.

Er lässt dich nicht allein

Jeremie sagte einst: «’O nein, mein HERR und Gott! Ich habe keine Erfahrung im Reden, denn ich bin noch viel zu jung!’ Doch der HERR entgegnete: ‘Sag nicht: Ich bin zu jung! Zu allen Menschen, zu denen ich dich sende, sollst du gehen und ihnen alles verkünden, was ich dir auftrage.’» Jeremia 1,6–7

Du bist nicht zu jung, nicht zu unerfahren und nicht zu unbedeutend. Wenn Gott dich sendet, lässt er dich nicht allein.

Warte nicht darauf, dass du dich vollkommen bereit fühlst. Vertraue Gott und wage den nächsten Schritt. Denn nicht deine Fähigkeiten machen den Unterschied, sondern der Gott, der dich beruft und mit dir geht.

Daniel Gerber