Afrika: Der im Fussball betrogene Kontinent steht auf

Es ist eine dieser Zahlen, die so harmlos klingt … und doch eine Geschichte von Jahrzehnten der Geringschätzung erzählt. Zehn.

Zehn Länder aus Afrika standen erstmals an einer Fussball-Weltmeisterschaft auf dem Rasen. Zehn Hymnen, zehn Träume, zehn Mal ein Kontinent, der sich nicht mehr in den engen Rahmen pressen lässt, den ihm andere über Jahrzehnte gezimmert haben. Und neun von ihnen – neun! – marschieren weiter. In die K.-o.-Runde. In jene Zone des Turniers, in der es nicht mehr «nur» um Teilnahme geht, sondern um das Streben nach ganz oben.

Es war ein struktureller Betrug

Lange war der Zugang zum Turnier für Afrika enorm limitiert. Fünf Startplätze waren es für längere Zeit. Fünf für einen Kontinent mit ungefähr gleich vielen FIFA-Mitgliedern (54 und zwei assoziierte) wie Europa (55 Verbände). Fünf für Hunderte Millionen Fussballer. Beispiel Fussball-WM 2022: Afrika hatte fünf Startplätze, Europa 13 (inklusive dem Titelverteidiger Frankreich).

Es war ein struktureller Betrug. Nicht illegal. Nicht einmal offen ausgesprochen. Aber spürbar in jeder Qualifikation, in jedem verpassten Platz, in jedem «Leider hat es nicht gereicht». Dabei hatte es gereicht; längst. Nur die Tür war zu schmal. Giganten wie Ghana, Senegal, Nigeria oder Kamerun mussten daheim bleiben, obschon es bei der eigentlich angemessenen Anzahl an Startplätzen problemlos machbar gewesen wäre.

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Die afrikanische Weltauswahl im Trikot Frankreichs

Frankreich läuft auf … und die Welt schaut nicht nur auf eine Nation, sondern auf einen Kontinent. Man könnte sagen: Frankreich spielt nicht allein. Frankreich spielt mit Afrika. Oder besser: Afrika spielt durch Frankreich.

Kylian Mbappé sprintet los, und mit ihm beschleunigt nicht nur Paris oder Madrid – da ist auch Kamerun in jedem explosiven Schritt. Wenn Kanté die Zwischenräume schliesst, dann arbeitet Mali mit. Wenn Dembélé dribbelt, tanzen Senegal und Westafrika mit.

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Kap Verde: Das ist kein Märchen. Das ist die logische Konsequenz.

Spanien stolpert über Kap Verde und die Welt spricht von einer Sensation. Von einer Überraschung. Von einem Fussballwunder. Das klingt hübsch. Es ist nur falsch.

Wer Kap Verde in den letzten Jahren beobachtet hat, der konnte diesen Moment kommen sehen.

Die Inselrepublik im Atlantik ist längst nicht mehr jener sympathische Aussenseiter, der sich gelegentlich an ein grosses Turnier verirrt. Kap Verde hat sich Schritt für Schritt zu einer ernstzunehmenden Fussballnation entwickelt. Nicht mit Glamour. Nicht mit Milliarden. Sondern mit Disziplin, Organisation und einer bemerkenswerten Generation von Spielern.

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So viel Afrika steckt in Kanadas WM-Team

Kanada ist Gastgeber dieser WM. Und das Nationalteam zählt auch auf Spieler mit afrikanischen Wurzeln. Von den 26 Spielern im aktuellen WM-Kader haben mindestens neun einen klar erkennbaren afrikanischen Familienhintergrund. Bei einigen ist er offensichtlich, bei anderen wahrscheinlich, bei wenigen spekulativ. Die Einschätzung basiert auf Geburtsorten, Familiennamen, bekannten Biografien und öffentlich dokumentierten Herkunftsgeschichten.

Da ist Alphonso Davies. Geboren in einem Flüchtlingslager in Ghana als Sohn liberianischer Eltern. Die Geschichte ist bekannt. Sie ist längst grösser als Fussball geworden. Davies ist nicht nur Kanadas Captain. Er ist das Gesicht eines Landes, das sich neu erfindet.

Afrikanisch-karibische Wurzeln

Jonathan David stammt aus einer haitianischen Familie. Haiti gehört zwar zur Karibik, doch die kulturellen und historischen Wurzeln reichen tief nach Westafrika. Der Torjäger von Weltklasseformat verkörpert die afrikanische Diaspora ebenso wie Davies.

Tajon Buchanan hat jamaikanische Wurzeln. Auch hier führt die Spur über die Karibik zurück nach Afrika. Seine Dynamik, seine Explosivität, seine Unberechenbarkeit sind zu einem Markenzeichen dieser Mannschaft geworden.

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Der Fussball hat vor dem Anpfiff verloren: Somalischer Star-Schiri darf nicht einreisen

Der Traum vom somalischen Spitzen-Schiedsrichter Omar Artan endete nicht auf dem Platz, sondern am Grenzschalter. Omar Artan aus Somalia, von der FIFA für die WM 2026 nominiert und damit auf dem Weg zum grössten Einsatz seiner Karriere, durfte in Miami nicht einreisen. Die US-Behörden begründeten den Entscheid mit angeblichen Verbindungen zu mutmasslichen Mitgliedern terroristischer Organisationen. Artan weist die Vorwürfe zurück und vermutet, sein Herkunftsland sei das eigentliche Problem.

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Zehn Spieler mit afrikanischen Wurzeln mit Schweiz an WM

Wenn die Nachricht, die unter anderem auf Watson.ch erschienen ist, stimmt, dann sind im 26-Mann-Kader, das im Juni und Juli die Fussball-WM in den USA, Kanada und Mexiko bestreitet, nicht weniger als zehn Spieler mit afrikanischen Wurzeln im Kader der Schweizer Nationalmannschaft.

Aus afrikanischer Sicht stehen diese Spieler demnach im Aufgebot

In Klammer steht neben der Position die Wurzeln, auf die der jeweilige Athlet neben seiner Schweizer Identität ebenfalls blickt.

  1. Yvon Mvogo (Tor / Kamerun)
  2. Manuel Akanji (Abwehr / Nigeria)
  3. Aurèle Amenda (Abwehr / Kamerun)
  4. Zeki Amdouni (Offensive / Tunesien)
  5. Breel Embolo (Offensive / Kamerun)
  6. Johan Manzambi (Offensive / Angola/DR Kongo)
  7. Dan Ndoye (Offensive / Senegal)
  8. Noah Okafor (Offensive / Nigeria)
  9. Djibril Sow (Offensive / Senegal)
  10. Denis Zakaria (Offensive / DR Kongo/Sudan)
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DR Kongo sichert sich historisches WM-Ticket

Die Demokratische Republik Kongo hat sich mit einem hart erkämpften Sieg gegen Jamaika für die nächste Fussball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Das entscheidende Playoff-Finale endete mit einem 1:0-Erfolg nach Verlängerung.

Damit kehrt das zentralafrikanische Team erstmals seit 1974 auf die grösste Fussballbühne zurück; der bisher einzigen Endrunden-Teilnahme der DR Kongo. Damals trat die Nation noch unter dem Namen Zaire an – nun folgt also die zweite WM-Teilnahme der Landesgeschichte.

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So viel Afrika steckt im Schweizer Nationalteam

Vier der sechs Gruppenspiele sind ausgetragen und die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft steht mit einem Bein an der WM. Dies auch dank starken Leistungen afrikanischer Spieler. Wir liefern die Übersicht.

Insgesamt wurden bislang sechs verschiedene afrikanische Spieler für die Schweiz in der laufenden WM-Qualifikation eingesetzt. Sie lieferten fünf Tore sowie drei Vorlagen bei den insgesamt neun Treffern.

  1. Manuel Akanji (Schweiz/Nigeria) lieferte gleich den ersten Treffer zum Auftakt gegen den Kosovo. Total vier Einsätze von Beginn weg.
  2. Breel Embolo (Kamerun) traf doppelt gegen Kosovo und lieferte im zweiten Duell, diesmal gegen Slowenien, gleich seinen dritten Treffer in der laufenden WM-Kampagne. Total vier Einsätze von Beginn weg.
  3. Dan Ndoye (Schweiz/Senegal) lieferte gegen Kosovo gleich zwei Vorlagen. Im zweiten Spiel, gegen Slowenien, lieferte er ausserdem sein erstes Turniertor. Total vier Einsätze von Anfang an.
  4. Denis Zakaria (DR Kongo/Sudan) wurde gegen den Kosovo sowie Slowenien eingewechselt.
  5. Johan Manzambi (Angola/DR Kongo) wurde gegen den Kosovo, zweimal gegen Slowenien und Schweden eingewechselt. Er lieferte ein Kontertor in der Nachspielzeit beim wichtigen Auswärtssieg in Schweden. Insgesamt wurde er in allen vier Matches eingewechselt.
  6. Djibril Sow (Schweiz/Senegal) wurde im Spiel gegen Schweden eingewechselt und gefoult. Den dadurch entstandenen Elfmeter verwandelte Granit Xhaka zum 1:0 für die Schweiz. Auswärts in Slowenien spielte er von Beginn weg. Total eine Einwechslung und einmal in der Startelf begonnen.

Daniel Gerber

WM mit 64 Teams angedacht – bleibt Afrika weiterhin aussen vor?

FIFA-Präsident Gianni Infantino liebäugelt mit der nächsten Mega-WM: Schon 2026 steigt die Endrunde erstmals mit 48 Teams, nun steht sogar eine Ausweitung auf 64 Nationen im Raum.

Mehr Länder, mehr Spiele, mehr Fußball. Doch der Blick auf die bisherige Politik bei der Startplatz-Verteilung zeigt: Europa profitiert jeweils am stärksten, während Afrika und Asien trotz ähnlich vieler Verbände weiter hintenanstehen.

Dies zeigt die gegenwärtige Aufstockung von 32 auf 48 Teams

Für die WM 2026 wurden die Plätze so aufgestockt:

  • Europa (UEFA): 16 Teams
  • Afrika (CAF): 9 Teams (+ evtl. 1 Playoff)
  • Asien (AFC): 8 Teams (+ evtl. 1 Playoff)
  • Südamerika (CONMEBOL): 6 Teams (+ evtl. 1 Playoff)
  • Nord-/Mittelamerika (CONCACAF): 6 Teams (+ evtl. 1 Playoff)
  • Ozeanien (OFC): 1 Team (+ evtl. 1 Playoff)

Europa stellt also rund ein Drittel des Teilnehmerfeldes, obwohl die UEFA nur 55 der insgesamt 218 FIFA-Mitglieder zählt. Afrika hat 54 Mitglieder, bekommt aber nicht einmal halb so viele Startplätze wie Europa.

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Kap Verde führt vor Kamerun – Nigeria taucht auf Rang 4

In der afrikanischen WM-Qualifikation festigt Kamerun nach dem Sieg über Libyen. Nigeria dagegen fällt auf Rang 4 zurück. Favoriten wie Elfenbeinküste, Algerien, Ghana und Marokko ziehen souverän vorneweg. Die Details der jüngsten Qualifikationsrunde.

Gruppe A:

Guinea-Bissau 1:2 Burkina Faso – Burkina Faso zieht an Sierra Leone vorbei und festigt Platz 2.

Äthiopien 6:1 Dschibuti – Äthiopien verbessert sein Torverhältnis, bleibt aber auf Platz 4.

Ägypten 1:0 Sierra Leone – Ägypten behauptet souverän die Tabellenspitze mit 16 Punkten.

Gruppe B:

Sudan 1:1 Südsudan – Ein Punkt für beide Teams ändert wenig an der Tabellenkonstellation.

Mauretanien 0:2 DR Kongo – DR Kongo bleibt Tabellenführer mit 13 Punkten.

Senegal 2:0 Togo – Senegal bleibt dicht hinter DR Kongo mit 12 Punkten.

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