Neun Jahre lang war die afrikanische Champions League keine offene Bühne, sondern ein geschlossenes System. Nordafrika unter sich. Kairo, Tunis, Casablanca: Die üblichen Adressen, die üblichen Sieger, die übliche Gewissheit.
Der Rest des Kontinents schaute zu. Nicht weil dort weniger Talent vorhanden wäre. Im Gegenteil: Nigeria, Senegal, Ghana, Kamerun – die grosse Fussballproduktion Afrikas liegt seit jeher südlich der Sahara. Die Spieler gehen in die Welt hinaus. Die kontinentalen Trophäen bleiben oft im Norden.
Warum? Weil der Norden den Klubfussball verstanden hat wie eine Verwaltung. Al Ahly, Wydad, Espérance, Espérance Tunis: Das sind keine romantischen Projekte, das sind funktionierende Maschinen.
Titel geht nach neun Jahren wieder in den Süden
Nun holen die Mamelodi Sundowns den Titel erstmals nach 2016 wieder in den Süden des Kontinents. Ein Klub, der verstanden hat, dass in diesem Wettbewerb Talent die Eintrittskarte ist; aber Organisation die Eintrittskontrolle. Nicht, dass der Süden plötzlich zurück ist. Sondern, dass der Norden sich nicht mehr sicher sein kann, dass er allein bleibt.
Daniel Gerber