Dieser bekannte Vers aus dem Philipperbrief (Philipper 4,13) ist kein triumphaler Siegesruf eines Menschen, der nie Schwierigkeiten erlebt. Er stammt von dem Apostel Paulus von Tarsus; geschrieben aus einer Zeit der Gefangenschaft, Unsicherheit und Bedrängnis.
Und gerade dort, mitten in der Begrenzung, bekennt er: Ich bin stark – nicht aus mir selbst, sondern durch Christus.
Was für ein kraftvolle Allegorie zu diesem Vers ist dieses Bild aus der Natur: Ein kleines Elefantenbaby läuft an der Seite seiner starken Mama. Es ist noch unbeholfen, manchmal wackelig, manchmal ängstlich. Doch es weiss: Ich bin nicht allein. Die Nähe der Mutter gibt Sicherheit. Ihre Stärke schützt. Ihre Erfahrung führt.
So dürfen auch wir lernen, stark zu werden; ebenfalls nicht aus eigener Kraft, nicht aus Selbstoptimierung oder ständiger Kontrolle, sondern durch Jesus, der uns hält, führt und stärkt.
Was bedeutet diese Stärke?
Kraft bedeutet nicht, nie zu stolpern.
Kraft bedeutet nicht, immer alles im Griff zu haben.
Kraft bedeutet nicht, keine Angst zu kennen.
Wahre geistliche Stärke heisst:
Zu wissen, dass du nicht allein gehst.
Es heisst, im Zweifel nicht zu verzweifeln.
Im Scheitern nicht aufzugeben.
Im Schmerz nicht die Hoffnung zu verlieren.
Christus verspricht keine Abwesenheit von Stürmen – aber seine Gegenwart mitten im Sturm.
Er schenkt Stärke, Frieden und Liebe und dies genau dann, wenn wir sie am dringendsten brauchen. Oft nicht im Voraus, sondern im entscheidenden Moment.
Schritt für Schritt getragen
Vielleicht stehst du gerade vor einer Herausforderung. Vielleicht fühlst du dich klein wie das Elefantenbaby, unsicher und noch nicht bereit für das, was vor dir liegt. Doch Gott sieht nicht nur deine momentane Schwäche – er sieht, was in dir wachsen darf.
Glaub daran: Du bist fähig.
Du bist getragen.
Du bist geliebt.
Nicht, weil du alles kannst; sondern weil Christus in dir wirkt.
Suche Jesus.
Bleib an seiner Seite.
Vertraue darauf, dass seine Kraft in deiner Schwachheit stark wird.
Und dann geh Schritt für Schritt.
Denn „alles vermag ich durch den, der mich stark macht.“
Daniel Gerber