Wahre Grösse zeigt sich im Dienen

Was bedeutet es eigentlich, gross zu sein? In unserer Gesellschaft wird Grösse häufig mit Macht, Einfluss, Anerkennung und Erfolg verbunden. Wer viel erreicht, über andere bestimmen kann oder sichtbar ist, gilt als bedeutend. Doch Jesus stellt dieses Denken grundlegend in Frage. Er zeigt seinen Jüngern – und auch uns – einen völlig anderen Weg.

«Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch gross sein will, der sei euer Diener.» (Matthäus 20,25–26)

Grösse im Dienen

Für Jesus liegt wahre Grösse nicht im Herrschen, sondern im Dienen. Nicht im Sich-Erheben über andere, sondern im Sich-Zuwenden. Dienen aus Liebe, nicht aus Pflicht oder Zwang. Wer bereit ist, anderen zu dienen, stellt sich bewusst zurück und öffnet sein Herz für die Bedürfnisse seines Nächsten.

Jesus kehrt damit die gängigen Massstäbe der Welt um. In Gottes Augen ist nicht der gross, der Macht ausübt, sondern der, der Liebe weitergibt. Jeder Dienst hat Wert: das offene Ohr für einen Menschen, ein ermutigendes Wort, eine helfende Hand im Alltag oder eine stille Tat, die niemand sieht. Oft sind es gerade diese kleinen Gesten, die Grosses bewirken.

Leben als Einladung

Diese Haltung macht unser Leben zu einer Einladung. Sie fordert uns heraus, aufmerksam zu sein: Wo begegne ich heute Menschen, die Unterstützung brauchen? Wem kann ich Zeit schenken, Trost spenden oder einfach freundlich begegnen? Dienen beginnt oft im Kleinen und im Verborgenen.

Vielleicht ist diese Andacht heute eine Einladung, den Blick neu auszurichten. Nicht zu fragen: «Was bringt es mir?», sondern: «Wie kann ich dienen?» Dies nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Liebe; so, wie Jesus uns vorgelebt hat.

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