Die Demokratische Republik Kongo hat sich mit einem hart erkämpften Sieg gegen Jamaika für die nächste Fussball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Das entscheidende Playoff-Finale endete mit einem 1:0-Erfolg nach Verlängerung.
Damit kehrt das zentralafrikanische Team erstmals seit 1974 auf die grösste Fussballbühne zurück; der bisher einzigen Endrunden-Teilnahme der DR Kongo. Damals trat die Nation noch unter dem Namen Zaire an – nun folgt also die zweite WM-Teilnahme der Landesgeschichte.
Angola hat die Euro 2016 in Frankreich bereits gewonnen: Mit Blaise Matiudi (Frankreich) und William Carvalho (Portugal) spielt in beiden Teams ein «Abgesandter» aus diesem Land.
46 Fussballer umfassen die Kader der beiden Finalisten. 15 dieser Athleten – also rund jeder dritte – haben afrikanische Wurzeln, verteilt auf neun Nationen. Dazu gehören zum Beispiel Paul Pogba (Wurzeln in Guinea und Frankreich) einer der grossen Mittelfeldstars des Turniers oder Portugals Flügelheld Nani (Wurzlen in Kap Verde und Portugal).
Den grössten Triumph feiern würde Kap Verde (auch kapverdische Inseln genannt), gleich drei Sportler mit Vorfahren aus diesem Land stehen im Kader Portugals. Bei einem Sieg Frankreichs würden Kamerun, die Demokratische Republik Kongo sowie Mali doppelt jubeln, da im Kader der «Grande Nation» diese drei Nationen jeweils gleich zweimal vertreten sind.
Die Aufteilung nach afrikanischen Nationen (in alphabetischer Reihenfolge): Angola (2), Guinea (1), Guinea-Bissau (1), Kamerun (2), Kap Verde (3), DR Kongo (2), Mali (2), Marokko (1) und Senegal (1).
Die Übersicht der beiden Finalisten:
Frankreich: 10 Patrice Evra (Abwehr Links / Kamerun), N’Golo Kanté (Mitte / Mali), Steve Mandanda (Tor / DR Kongo), Eliaquim Mangala (Abwehr / DR Kongo), Blaise Matiudi (Mitte / Angola), Paul Pogba (Mitte / Guinea), Adil Rami (Abwehr / Marokko), Bacary Sagna (Abwehr Rechts / Senegal), Moussa Sissoko (Mitte / Mali), Samuel Umtiti (Abwehr / Kamerun).
Portugal: 5 William Carvalho (Mitte / Angola), Eliseau (Abwehr links / Kap Verde), Nani (Flügel rechts / Kap Verde), Danilo Pereira (Guinea-Bissau), Renato Sanches (Mitte / Kap Verde).
Der Final der Euro 2016 in Frankreich wird somit zum heimlichen Afrika Cup.
Daniel Gerber
Paul Pogba im Dress von Juventus Turin (Bild: Wikipedia/Muhammad Ashiq).
Mehr als einer von fünf Spielern an der Fussball-EM in Frankreich blickt im Halbfinale auf afrikanische Wurzeln, genauer sind es 19 der 92 Athleten, welche die Kader der vier verbliebenen Teams umfassen. Bei Frankreich sind dies gleich zehn Sportler, fünf bei Portugal und vier bei Deutschland – ein Afrika Cup im Mini-Format. Einzig bei Wales steht kein Spieler mit afrikanischen Wurzeln im Aufgebot.
Mit Jerome Boateng (Wurzeln in Ghana und Deutschland) gehört einer der besten Verteidiger des Turniers dazu. Die Aufteilung nach afrikanischen Nationen (in alphabetischer Reihenfolge): Angola (2), Elfenbeinküste (1), Ghana (1), Guinea (1), Guinea-Bissau (1), Kamerun (2), Kap Verde (3), DR Kongo (2), Mali (2), Marokko (2), Senegal (2).
Die Übersicht der vier europäischen Halbfinal-Teams (in alphabetischer Reihenfolge):
Im Viertelfinale sind noch acht Mannschaften vertreten, pro Teams stehen 23 Spieler im Kader, folglich sind noch 184 Athleten an der Fussball-EM in Frankreich dabei. Davon haben nicht wenige Wurzeln in Afrika.
Nicht weniger als 30 Fussballer erfreuen sich einer zweiten Heimat auf dem schwarzen Kontinent, also fast jeder sechste.
«Africup.net» mit der Übersicht:
Belgien: 9 Michy Batshuayi (Sturm, DR Kongo), Christian Benteke (Sturm, DR Kongo), Mousa Dembele (Mitte / Mali), Jason Denayer (Abwehr / DR Kongo), Mourane Fellaini (Mitte / Marokko), Christian Kabasele (Abwehr / DR Kongo), Jordan Lukaku (Abwehr links / DR Kongo), Romelu Lukaku (Sturm / DR Kongo), Divock Origi (Sturm / Kenia).