Odion Ighalo sorgt an Afrika Cup für neuen Titelträger

Odion Ighalo trifft im Achtelfinale des Afrika Cup 2019 gleich doppelt für Nigeria gegen Titelverteidiger Kamerun. Zuletzt gewinnt seine Mannschaft mit 3:2 Toren, dies nach einer packenden Torfolge zwischen den beiden Nachbarländern. Zuerst führte Nigeria 1:0, lag dann mit 1:2 gegen Kamerun hinten, ehe dem bevölkerungsreichsten Staat Afrikas die Wende gelang.

Odion Ighalo führt nun mit insgesamt drei Toren das Torschützenklassement gemeinsam mit dem Sadio Mané aus Senegal an.

Somit ist bereits jetzt klar, dass es einen neuen Titelträger geben wird und dass seit 2010 keine Titelverteidigung mehr gelingt. 2010 siegte Ägypten (zum dritten Mal in Serie nach 2008 und 2006). 2012 triumphierte Sambia, 2013 Nigeria, 2015 die Elfenbeinküste und 2017 Kamerun.

Odion Ighalo wird von transfermarkt.de mit neun Millionen Euro beziffert. Der 30-Jährige spielt in China für Shanghai Greenland Shenhua, wo er noch bis Ende 2021 über einen Vertrag verfügt. Unter anderem trat der Nigerianer in Europa auch für Udinese (Italien), Granada (Spanien) und Watford (England) an. In 31 Länderspielen für Nigeria lieferte er bisher 13 Tore.

Odion Ighalo, Nigeria (Bild: Wikipedia/Franziska).

Saturnin Allagbé trägt Benin gegen Marokko ins Viertelfinale

Saturnin Allagbé leistet tüchtige Arbeit im Tor von Benin. Es ist der Kampf David gegen Goliath: Laut transfermarkt.de beträgt der Kaderwert von Marokko 176,3 Millionen Euro. Jener von Benin 17,65 Millionen, also rund zehnmal weniger.  Entsprechend deutlich sind die Verhältnisse auf dem Platz: 22:7 Schüsse für Marokko (davon 7:4 auf das Tor). Der Ballbesitz beträgt 67:33 Prozent und in der Verlängerung kassiert Benin eine rote Karte.

Doch Saturnin Allagbé trägt seine Mannschaft ins Penaltyschiessen. Dort liegt sein Team 3:1 vorne, als Youssef En-Nesyri anläuft. Doch er bringt seinen Versuch nicht am Keeper aus Benin vorbei: Dieser hechtet in die richtige Richtung und lenkt den Ball an die Latte. Dann trifft Mama Seibou zum 4:1 im Penaltyschiessen zum Sieg.

Saturnin Allagbé leistet damit in seinem zwölften Länderspiel äusserst wertvolle Arbeit für sein Heimatland. Auf Club-Ebene ist er in Frankreich aktiv. Der 25-Jährige Torwart hütet das Gehäuse des FC Niort in der Ligue 2. Bereits seit fünf Jahren ist er in diesem Team unter Vertrag. Kürzlich verlängerte er bis 2022. In 98 Einsätzen in der zweithöchsten französischen Liga spielte er 31mal zu Null.

Benin Logo Nationalteam (Bild: Wikipedia).

Sangoné Sarr: «Für Senegal zählt nur der Titel!»

Sangoné Sarr vom FC Zürich erklärt, dass beim aktuellen Afrika-Cup nur der Titel zählt. Denn das Team mit dem wertvollsten Kader der aktuellen Endrunde konnte bisher den Pokal noch nie gewinnen.

Senegal verfügt über das wertvollste Kader, zu welchem unter anderem Sadio Mané (Liverpool), Kalidou Koulibaly (Neapel) oder Keita Baldé (Inter Mailand) gehören. Auch in der Weltrangliste liegt Senegal vor allen anderen afrikanischen Teams, dies auf Rang 23. Titelverteidiger Kamerun ist auf Position 54 anzutreffen, Gastgeber Ägypten auf Rang 57.

Senegalesen werden gefragt: «Wo ist der Pokal?»

In diesem Jahr, so Sangoné Sarr, zählt für seine Heimat nur der Titel. Denn die bisherigen 31 Austragungen wurden von 14 Teams gewonnen, doch Senegal ist nicht darunter. «Wir warten seit Jahren auf diesen Pokal. In diesem Jahr zählt für uns nur der Titel», sagt er im Gespräch mit «africup.net» Es sei mühsam – rede man mit einem Ägypter (7 Titel) oder Nigerianer (3 Titel), frage dieser: «Wo ist der Pokal?» Aufgrund des Medaillenspiegels liegen noch zwei weitere Mannschaften (Mali und Burkina Faso) vor dieser Equipe, die somit nur auf Rang 17 zu finden ist.  

Grosse Leistungsdichte

Die Leistungsdichte auf dem Kontinent ist enorm: Senegal, das im laufenden Jahrtausend zweimal an die WM fuhr (Afrika erhält nur fünf Startplätze) steht mit Kamerun, Ägypten, Ghana, Elfenbeinküste, Marokko, Tunesien, Nigeria, Algerien, DR Kongo neun Mannschaften gegenüber, die ebenfalls um den Titel mitspielen können.

«Mein Herz ist immer dort»

Sangoné Sarr (26) bestritt bislang 70 Spiele (5 Tore, 9 Assists) für den FC Zürich. Natürlich wäre der Afrika Cup ein Traum, «aber es ist nicht leicht, viele Spieler haben ein hohes Niveau.» Sein Herz sei aber klar dabei.

Daniel Gerber

Sangoné Sarr, Senegal (Bild: africup.net).

Afrika-Cup-Achtelfinal-Knaller Kamerun gegen Nigeria

Kamerun gegen Nigeria: Das dürfte der grösste Schocker im Achtelfinale des Afrika Cup 2019 werden: Titelverteidiger Kamerun hat den Pokal bislang fünfmal geholt, nur Ägypten siegte noch öfter (siebenmal). Nigeria war bisher dreimal erfolgreich, womit der bevölkerungsreichste Staat des Kontinents den Titel am viertmeisten geholt hat. Einer der ganz Grossen wird damit bereits in der ersten K.o.-Runde nach Hause gehen müssen.

In der Gesamtbilanz steht Nigeria in den Direktbegegnungen besser da: 10 von 18 Spielen wurden gewonnen, fünf Spiele endeten Unentschieden und Kamerun gewann nur drei Matches. Dies bei 29:14 Toren. Doch der erste Blick kann täuschen: Sechs der Siege Nigerias und zwei der Unentschieden beruhen auf Freundschaftsspielen. Am Afrika Cup standen sich die beiden Equipen bisher sechsmal gegenüber, dies bei je zwei Siegen und zwei Unentschieden. Und bei der WM-Qualifikation siegte Nigeria zweimal, Kamerun einmal, dazu kommt ein Unentschieden.

Was den Kaderwert angeht, trifft die Nummer 5 (Nigeria mit 192 Millionen Euro) auf die Nummer 7 (Kamerun mit 131 Millionen). Wilfred Ndidi (Leicester City, 35 Millionen), Samuel Chukwueze (Villareal, 30 Millionen) und Alex Iwobi (Arsenal, 25 Millionen) sind die wertvollsten Nigerianer, die Nummer 11 und 12 werden beide immer noch mit fünf Millionen beziffert. In der gleichen Region liegen die Werte bei Kamerun noch bei zwei, respektive 3,5 Millionen, während André Onana (Ajax Amsterdam, 35 Millionen) und André Zambo Anguissa (FC Fulham, 25 Millionen) und Karl Toko Ekambi (Villareal, 17,5 Millionen) laut transfermarkt.de die wertvollsten Kameruner sind.

Für ein packendes Duell dürfte also gesorgt sein.

Eine frühere Auswahl Kameruns (Bild: Wikipedia/Mustapha Ennaimi).

Sadio Mané weckt Hoffnungen auf ersten Turnier-Sieg

Sadio Mané trifft im letzten Gruppenspiel doppelt und hilft beim 3:0-Erfolg über Kenia entscheidend mit, den zweiten Rang zu sichern. Damit haben die Westafrikaner den Platz im Achtelfinale auf sicher. Der Titel am diesjährigen Afrika Cup ist das ganz grosse Ziel von Senegal. Insbesondere auch deshalb, weil dieses Land den Titel noch nie geholt hat.

In der ewigen Tabelle des Afrika-Cups liegt Senegal nur auf dem 17. Rang. Obschon die Mannschaft schon zweimal an einer WM-Endrunde dabei war und gegenwärtig mit Platz 22 auf der FIFA-Weltrangliste als bestes afrikanisches Land klassiert ist. Bisher 14 Teams haben den Cup gewonnen, darunter auch Äthiopien, der Sudan, Südafrika und beide Kongo.

Mit Sadio Mané an Bord ist Senegal mit Abstand die wertvollste Equipe am diesjährigen Turnier, die 23 Mann werden auf 385 Millionen Euro geschätzt (davon entfallen 120 auf Mané). Gefolgt von der Elfenbeinküste mit 285 Millionen Euro und Algerien mit 198 Millionen. Dann erst kommt Gastgeber Ägypten mit 195 Millionen (wobei Mohamed Salah mit 150 Millionen zu Buche schlägt).

Mit dem Einzug ins Achtelfinale geht der Traum somit weiter. Am 5. Juli wartet als erste Hürde die Mannschaft aus Uganda.

Sadio Mané ist sich den Erfolg gewöhnt, mit Liverpool konnte er jüngst die Champions League gewinnen. Und sollte seine Mannschaft tatsächlich bis ins Finale vorstossen, würde er dort womöglich auf einen alten Bekannten treffen: Mohamed Salah, der mit ihm in der Premier League Seite an Seite für Liverpool kämpft.

Sadio Mane, Senegal (Bild: Wikipedia/Werner100359).

Ahmed Elmohamady und Mohamed Salah wollen jetzt den Titel

Sie stehen für den Erfolg Ägyptens: Ahmed Elmohamady und Mohamed Salah. Beim Afrika Cup 2019 ist ein Titel für das Land am Nil wieder einmal möglich … nach einer langen Durststrecke: «Ich trage diese Schuhe für 100 Millionen Ägypter», hatte Mohamed Salah vor Jahresfrist kurz vor der Fussball-WM in Russland bei Twitter gepostet. Das Team schien prädestiniert dazu, die Achtelfinals zu erreichen. Doch als sich die Pharaonen selbst dem Team aus Saudi-Arabien hatten beugen müssen, war klar, dass der Traum zerplatzen würde. Und nach einer langen Phase der Macht mit drei Titeln in Folge (2006, 2008 und 2010) kam die Mannschaft international nicht mehr vom Fleck.

Jetzt aber ist die Mannschaft wieder im Aufwind: Neun Punkte in den drei Gruppenspielen gegen Uganda, die Demokratische Republik Kongo und Simbabwe sind keine Selbstverständlichkeit. Zudem blieb die Mannschaft mit 5:0 Toren noch ohne Gegentreffer am Turnier. Zu den Eckpfeilern des ägyptischen Erfolges gehören Ahmed Elmohamady und Mohamed Salah. Beide erzielten je zwei Treffer, nachdem Trézéguet im Eröffnungskampf gegen Simbabwe das einzige Goal dieses Spiels geliefert hatte.

Ahmed Elmohamady spielt in der britischen Premier-League. Seit 2017 steht er bei Aston Villa unter Vertrag, der Kontrakt erstreckt sich noch bis nächste Saison. Insgesamt tritt er seit 2011 mehrheitlich für Clubs auf der britischen Insel an.

Ebenfalls bestens bekannt ist Mohamed Salah, dem 150-Millionen-Mann (der teuerste Spieler des Turniers). Kürzlich gewann er mit Liverpool die Champions League, daneben zeigte sich der frühere Angreifer des FC Basel auch in der Liga erfolgreich: Er liess sich zum Torjäger der Premier League krönen – und vielleicht auch bald mit dem gewonnen Afrika Cup? Es wäre der achte Titel des erfolgreichsten Teams des Kontinents (gefolgt von Kamerun mit fünf Titeln).

Ahmed Elmohamady, Ägypten (Wikipedia/Rach).

Carolus «Andria» Andriamatsinoro lässt Madagaskar träumen

Carolus Andriamatsinoro (oft Andria gennant) trägt sicherlich nicht den geläufigsten Namen des Afrika Cup 2019. Doch er ist es, der seine Nation träumen lässt: Madagaskar, die Weltnummer 107 und in Afrika in der Endrunde im dritten von vier Lostöpfen aufzufinden, hat sensationell die Gruppe B gewonne. Und dies in der Gruppe mit Nigeria und Guinea sowie Burundi, ein Team, das gleich wie Madagaskar, erstmals am Cup dabei ist. Gleich zum Turnierbeginn hatte Madagaskar ein wichtiges 2:2 gegen Guinea errungen. Schon damals hatte Carolus Andriamatsinoro einen Treffer erzielt. Nach dem 1:0 über Burundi hatte das Team mit vier Zählern bereits die Achtelfinals vor Augen und nun, mit dem 2:0-Erfolg über Nigeria feiert sich das Team sogar als Gruppensieger. Carolus Andriamatsinoro lieferte den siegsichernden Treffer. Es war sein fünftes Tor im 24. Länderspiel. Sein Marktwert wird mit rund 775’000 Euro taxiert, bislang spielte er vor allem in algerischen Teams und zuletzt in Saudi-Arabien beim Al-Adalh FC, wo er noch einen Vertrag bis 2022 besitzt.

Mit zwei Toren am Cup zählt er zu den gegenwärtig erfolgreichsten Torjägern. Jüngst lieferten unter anderem auch Mohamed Yattara aus Guinea seinen zweiten Treffer.

Carolus Andriamatsinoro, Madagaskar (Bild: Wikipedia/S. Plaine).

André Onana – der König der Unbezwungenen

Am Afrika-Cup gehört André Onana zu den «zu-Null-Helden»: Auch nach 180 Spielminuten ist der Kamerun-Keeper noch ungeschlagen. Keine Selbstverständlichkeit: Immerhin hiessen die bisherigen Gegner Ghana (0:0) und Guinea-Bissau (2:0). Damit ist seine Mannschaft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für das Viertelfinale qualifiziert.

Neben André Onana mit Kamerun sind nur noch Ägypten (mit Mohamed El Shenawy), Algerien (mit Rais M’Bolhi) und Marokko (mit Bono) ohne Gegentreffer; also nur noch vier von 24 Equipen haben eine reine Weste. Dass an diesem Spieltag gleich alle drei Matches 0:0 endeten, dürfte an sämtlichen Länderspiel-Endrunden ein Novum darstellen.

Auch auf Clubebene zählt der 35-Millionen-Goalie (er ist damit in der Top-Ten der wertvollsten Spieler und mit Abstand der wertvollste Torhüter des diesjährigen Afrika-Cup) gehört André Onana zu den absoluten Überfliegern: Als Schlussmann von Ajax Amsterdam ist der 23-Torwart heuer zweiter in der niederländischen Meisterschaft geworden und in der Champions League bis ins Halbfinale vorgestossen, nachdem zunächst Real Madrid und später Juventus Turin aus dem Wettbewerb geworfen wurde. Er ist nicht nur ein grosses Versprechen für die Zukunft, sondern auch für das gegenwärtig laufende Turnier.

André Onana (Bild: Wikipedia/Femke Kruize).

Bongani Zungu trifft als erster für Südafrika

Bongani Zungu schiesst Südafrika zum 1:0-Sieg über Nachbar Namibia. Er ist damit der erste, der für eines der beiden südafrikanischen Teams der Gruppe D trifft. Dank seinem Tor in der 68. Minute wurde zudem sichergestellt, dass auch im 21. (von total 52) Spielen am Afrika Cup mindestens ein Treffer fällt, es war zugleich das neunte 1:0 der laufenden Endrunde.

Die beiden südafrikanischen Mannschaften der Gruppe hatten ihre beiden ersten Duelle jeweils mit 0:1 verloren: Namibia durch ein spätes Eigentor von Itamunua Keimunie in der 89. Minute gegen Marokko und Südafrika durch ein Gegentor in der 64. Minute durch Jonathan Kodjia gegen die Elfenbeinküste.

Das Tor von Bongani Zungu ist jedoch nicht das erste Tor einer Mannschaft aus der Region: Schon am 26. Juni traf Khama Billiat für Simbabwe zum 1:1-Schlussstand gegen Uganda, nachdem das Startspiel 0:1 gegen Ägypten verloren ging.

Der aktuelle Marktwert von Bongani Zungu wird auf 2,5 Millionen Euro von transfermarkt.de geschätzt. Bei seinem aktuellen Verein SC Amiens verfügt er noch über einen Vertrag bis 2021.

Südafrika in einem Länderspiel (Bild: Wikipedia/Celso Flores).

Michael Olunga bringt Senegal in Bedrängnis

Doppeltorschütze Michael Olunga bringt Senegal in Bedrängnis. Zweimal hatte Tansania gegen Kenia geführt. Bereits in der sechsten Minute mit 1:0, dann folgte der Ausgleich für Kenia durch Michael Olunga. Doch schon eine Minute später führte Tansania erneut. Im Laufe der zweiten Halbzeit gelang Kenia schliesslich der Ausgleich durch Johanna Omolo (62. Minute) und in der 80. Minute gelang Olungo mit seinem zweiten Treffer das Tor zum 3:2-Sieg für Kenia.

Dadurch gerät Senegal in Bedrängnis, da Kenia nun Punktegleich mit den Westafrikanern ist. Zwar haben dadurch beide Mannschaften mindestens den dritten Rang gesichert, doch nur vier der sechs Gruppendritten erreichen die Achtelfinals. Am 1. Juli kommt es nun zum packenden Direktduell zwischen Kenia und Senegal, der Mannschaft, welcher der höchste Kaderwert aller Turnierteilnehmer zugeschrieben wird.

Und Michael Olunga ist neben Mickael Pote und Emmanuel Okwi nun der dritte Fussballer, dem bislang insgesamt zwei Turniertore gelungen sind. Ihm wird ein Marktwert von 500’000 Euro zugeschrieben. Gegenwärtig spielt er in Japan, bei Kashiwa Reysol. Der 25-Jährige Mittelstürmer erzielte bislang in 20 Länderspielen 10 Tore.

Michael Olunga, Kenia (Bild: Wikipedia/EL TET).