Marokko erstmals nach 50 Jahren? Oder baut Ägypten den Rekord aus?

Nachdem Mali ausgeschieden ist, steht fest, dass es beim aktuellen Afrika-Cup keine 16. Mannschaft gibt, die den kontinentalen Wettbewerb gewinnen wird. Marokko könnte den Pokal zuhause nach 50 Jahren zum zweiten Mal gewinnen oder Ägypten könnte den Cup zum insgesamt achten Mal für sich entscheiden.

Die Halbfinals am aktuellen Afrika-Cup warten und bereits ist klar: Es wird keine neue, 16. Mannschaft geben, die den Titel holt … nachdem Mali nicht mehr dabei ist; diese Equipe erreichte bislang einmal den zweiten Rang und zweimal den dritten Platz.

Nun wird spannend, wer sein «Titel-Konto» ausbauen wird:

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Ägypten oder Kamerun? Nur Mali holte den Titel noch nie

Den Afrika-Cup am häufigsten für sich entscheiden konnten Ägypten (7 Titel) und Kamerun (5 Titel). Von den Mannschaften, die ins Viertelfinale vorgestossen sind, konnte nur Mali den Pokal noch nie erringen. Wir liefern die Übersicht, wer wie lange schon auf den Titel wartet.

Die Viertelfinals haben es in sich, am 9. und 10. Januar warten diese hochkarätigen Duelle:

Mali misst sich mit Senegal, Kamerun trifft auf Marokko, Algerien bekommt es mit Nigeria zu tun und Ägypten kämpft mit der Elfenbeinküste um den Vorstoss ins Halbfinale.

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WM mit 64 Teams angedacht – bleibt Afrika weiterhin aussen vor?

FIFA-Präsident Gianni Infantino liebäugelt mit der nächsten Mega-WM: Schon 2026 steigt die Endrunde erstmals mit 48 Teams, nun steht sogar eine Ausweitung auf 64 Nationen im Raum.

Mehr Länder, mehr Spiele, mehr Fußball. Doch der Blick auf die bisherige Politik bei der Startplatz-Verteilung zeigt: Europa profitiert jeweils am stärksten, während Afrika und Asien trotz ähnlich vieler Verbände weiter hintenanstehen.

Dies zeigt die gegenwärtige Aufstockung von 32 auf 48 Teams

Für die WM 2026 wurden die Plätze so aufgestockt:

  • Europa (UEFA): 16 Teams
  • Afrika (CAF): 9 Teams (+ evtl. 1 Playoff)
  • Asien (AFC): 8 Teams (+ evtl. 1 Playoff)
  • Südamerika (CONMEBOL): 6 Teams (+ evtl. 1 Playoff)
  • Nord-/Mittelamerika (CONCACAF): 6 Teams (+ evtl. 1 Playoff)
  • Ozeanien (OFC): 1 Team (+ evtl. 1 Playoff)

Europa stellt also rund ein Drittel des Teilnehmerfeldes, obwohl die UEFA nur 55 der insgesamt 218 FIFA-Mitglieder zählt. Afrika hat 54 Mitglieder, bekommt aber nicht einmal halb so viele Startplätze wie Europa.

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Kap Verde führt vor Kamerun – Nigeria taucht auf Rang 4

In der afrikanischen WM-Qualifikation festigt Kamerun nach dem Sieg über Libyen. Nigeria dagegen fällt auf Rang 4 zurück. Favoriten wie Elfenbeinküste, Algerien, Ghana und Marokko ziehen souverän vorneweg. Die Details der jüngsten Qualifikationsrunde.

Gruppe A:

Guinea-Bissau 1:2 Burkina Faso – Burkina Faso zieht an Sierra Leone vorbei und festigt Platz 2.

Äthiopien 6:1 Dschibuti – Äthiopien verbessert sein Torverhältnis, bleibt aber auf Platz 4.

Ägypten 1:0 Sierra Leone – Ägypten behauptet souverän die Tabellenspitze mit 16 Punkten.

Gruppe B:

Sudan 1:1 Südsudan – Ein Punkt für beide Teams ändert wenig an der Tabellenkonstellation.

Mauretanien 0:2 DR Kongo – DR Kongo bleibt Tabellenführer mit 13 Punkten.

Senegal 2:0 Togo – Senegal bleibt dicht hinter DR Kongo mit 12 Punkten.

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Josef in Ägypten – Gott liess Gutes entstehen

Josef wurde von seinen Brüdern gehasst, als Sklave nach Ägypten verkauft und dort wegen einer Falschaussage von Potifars Frau ins Gefängnis geworfen. Sein Leben schien voller Unrecht zu sein. Doch am Ende konnte er zu seinen Brüdern sagen: «Ihr wolltet mir Böses tun, aber Gott hat Gutes daraus entstehen lassen. Durch meine hohe Stellung konnte ich vielen Menschen das Leben retten.» (Die Bibel, 1. Mose 50,20)

Welch erstaunliche Perspektive! Josef erkannte, dass selbst das Böse, das andere ihm angetan hatten, Teil eines größeren göttlichen Plans war. Er hätte in Verbitterung versinken oder sich an seinen Brüdern rächen können. Stattdessen vertraute er darauf, dass Gott alles zum Guten wenden würde.

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Die Favoriten straucheln am Africa-Cup

Das Eröffnungsspiel entschied die Elfenbeinküste mit 2:0-Toren gegen Guinea-Bissau für sich. Aber in der gleichen Gruppe musste sich Nigeria mit Äquatorialguinea die Punkte teilen.

In der Gruppe B jedoch musste sich Ghana Kap Verde geschlagen geben und erst in der 97. Minute gelang Ägypten der Ausgleich gegen Mosambik (nachdem Ägypten in der 2. Minute in Führung gegangen war).

In der Gruppe C konnte sich Senegal gegen Gambia standesgemäss durchsetzen, Kamerun jedoch musste sich mit Guinea die Punkte teilen.

Und in der Gruppe D hatte Algerien sicherlich drei Zähler gegen Angola budgetiert, aber letztlich endete das Spiel 1:1-Unentschieden.

Aus Sicht der Favoriten konnten also nur 10:7 Punkte geholt werden. Das zeigt, wie ausgeglichen das Niveau am Africa-Cup und wie spannend die einzelnen Spiele sind.

Der Africa-Cup der Superlative

Der zweifache Titelträger Elfenbeinküste wird nach 1984 zum zweiten Mal Schauplatz des Africa-Cup. Selten war es so schwierig, einen Favoriten zu erkennen, da die Leistungsdichte äusserst eng geworden ist.

In insgesamt sechs verschiedenen Vierer-Gruppen kämpfen die 24 Teams um einen Rang in den Achtelfinals. In der Gruppe A beispielsweise trifft der Gastgeber auf Nigeria, ein Team das den Titel bereits dreimal holte – ein schwieriger Stand für die beiden anderen Teams in der Gruppe, Äquatorialguinea und Guinea-Bissau. Oder in der Gruppe C stehen sich Titelverteidiger Senegal und Kamerun (bereits fünf Titel) gegenüber, auch hier wird es für die beiden anderen Teams in der Gruppe, Guinea und Gambia, äusserst eng.

Die letzten zehn Cups wurden von acht verschiedenen Mannschaften gewonnen, in chronologischer Reihenfolge von 2022 rückwärts: Senegal, Algerien, Kamerun, Elfenbeinküste, Nigeria, Sambia, Ägypten (dreimal in Folge) und Tunesien. Insgesamt 15 verschiedene Mannschaften konnten das Turnier bereits für sich entscheiden (bei total 33 Turnieren).

Ähnlich übrigens wie die Fussball-EM (die allerdings nur alle vier Jahre stattfindet): Auch da siegten bei den letzten zehn Austragungen  acht verschiedene Teams: Italien, Portugal, Spanien (2mal), Griechenland, Frankreich (2mal), Deutschland, Dänemark, Niederlande. Insgesamt konnten bislang zehn verschiedene Nationen den EM-Titel holen (bei total 16 Turnieren).

Kamerun/Ägypten – Senegal/Burkina Faso: Ein Rekordsieger und ein Neuling werden im Finale stehen.

Im einen Halbfinale stehen sich Kamerun und Ägypten gegenüber. Der Rekordsieger sowie das Team, welches den Cup am zweitmeisten gewinnen konnten. Und mit Senegal und Burkina Faso im anderen Halbfinale treffen die beiden Equipen aufeinander, die den Cup noch nie gewonnen haben, die aber beide nahe dran waren. Die Übersicht:

  • Ägypten: Ägypten ist der Rekordmeister. Siebenmal holten die Pharaonen den Pokal. Und acht weitere Male stiess dieses Team bislang ins Halbfinale vor (2mal erfolgte Rang 2, 3mal Rang 3 und 3mal Rang 4).
  • Kamerun: Gastgeber Kamerun folgt auf dem zweiten Rang im Medaillenspiegel. Dies mit fünf Titeln. Vier weitere Male erreichte Kamerun die Runde der letzten vier Mannschaften (2/1/1). Bei der Begegnung zwischen diesen beiden Equipen erreicht also einer der beiden Rekordgewinner das Finale.
  • Senegal: Senegal stellt zwar oftmals eines der talentiertesten Teams. Und obschon bereits 14 verschiedene Nationen den Titel holten, gehört Senegal nicht dazu. Mit zwei erreichten Silber-Medaillen und dreimal einem vierten Rang liegt Senegal bloss auf Rang 15 im Medaillenspiegel.
  • Burkina Faso: Burkina Faso liegt – alle Cups zusammengezählt – auf Rang 17. Dies mit je einem zweiten, dritten und vierten Rang.
  • Die fünfte Equipe: Das GO Movement Kamerun vereinigt die unterschiedlichsten Christen der Nation und bezeichnete sich am Rande des Cups als «25th Equipe». Dies mit dem Ziel, den Mitmenschen den christlichen Glauben näherzubringen (siehe Bild). Teile der Bibel spielen sich bekanntlich in Afrika ab, Jesus Christus war einzig in zwei Ländern auf zwei Kontinenten: In Israel (Asien) und Ägypten (Afrika). Da jetzt noch vier Teams im Rennen sind, handelt es sich somit jetzt um die fünfte Equipe.

Daniel Gerber

Olympia: Elfenbeinküste auf Viertelfinalkurs, Ägypten noch mit Chancen

Bei den Olympischen Spielen in Tokyo ist Afrika ist aussichtsreich im Rennen. Drei der 16 Mannschaften stammen aus dem CAF-Konföderation und alle drei Equipen haben noch die Möglichkeit, die Viertelfinals zu erreichen:

  • Mit 2:1-Toren setzte sich die Elfenbeinküste gegen Saudi-Arabien durch, der Erfolg wurde durch ein 0:0-Unentschieden gegen Brasilien bestätigt. Nun wartet im dritten und letzten Gruppenspiel Deutschland.
  • Aufhorchen lässt Ägypten mit einem 0:0-Unentschieden gegen Spanien. Nach der 0:1-Niederlage gegen Argentinien ist nun aber ein Sieg über Australien gefragt.
  • Nach der 0:1-Niederlage gegen Gastgeber Japan sowie der 3:4-Pleite gegen Frankreich ist die Lage für Südafrika schwierig geworden, nur ein hoher Sieg über Mexiko  sowie Schützenhilfe durch Japan könnte Südafrika noch helfen.

Zuletzt waren die Auftritte afrikanischer Teams eine Erfolgsgeschichte bei den Olympischen Spielen: Seit 1992 wurden sieben Sommer-Olympiaden durchgeführt. Nicht weniger als fünfmal konnte dabei eine Medaille für den Kontinent gewonnen werden: 1992 Bronze durch Ghana, 1996 Gold durch Nigeria, 2000 Gold durch Kamerun, 2008 Silber durch Nigeria und 2016 Bronze ebenfalls durch Nigeria.

Elfenbeinküste, Ägypten und Südafrika streben nach Olympia-Edelmetal (Grafik: africup.net/Bilder: Wikipedia/Pixabay).

Ahmed Elmohamady und Mohamed Salah wollen jetzt den Titel

Sie stehen für den Erfolg Ägyptens: Ahmed Elmohamady und Mohamed Salah. Beim Afrika Cup 2019 ist ein Titel für das Land am Nil wieder einmal möglich … nach einer langen Durststrecke: «Ich trage diese Schuhe für 100 Millionen Ägypter», hatte Mohamed Salah vor Jahresfrist kurz vor der Fussball-WM in Russland bei Twitter gepostet. Das Team schien prädestiniert dazu, die Achtelfinals zu erreichen. Doch als sich die Pharaonen selbst dem Team aus Saudi-Arabien hatten beugen müssen, war klar, dass der Traum zerplatzen würde. Und nach einer langen Phase der Macht mit drei Titeln in Folge (2006, 2008 und 2010) kam die Mannschaft international nicht mehr vom Fleck.

Jetzt aber ist die Mannschaft wieder im Aufwind: Neun Punkte in den drei Gruppenspielen gegen Uganda, die Demokratische Republik Kongo und Simbabwe sind keine Selbstverständlichkeit. Zudem blieb die Mannschaft mit 5:0 Toren noch ohne Gegentreffer am Turnier. Zu den Eckpfeilern des ägyptischen Erfolges gehören Ahmed Elmohamady und Mohamed Salah. Beide erzielten je zwei Treffer, nachdem Trézéguet im Eröffnungskampf gegen Simbabwe das einzige Goal dieses Spiels geliefert hatte.

Ahmed Elmohamady spielt in der britischen Premier-League. Seit 2017 steht er bei Aston Villa unter Vertrag, der Kontrakt erstreckt sich noch bis nächste Saison. Insgesamt tritt er seit 2011 mehrheitlich für Clubs auf der britischen Insel an.

Ebenfalls bestens bekannt ist Mohamed Salah, dem 150-Millionen-Mann (der teuerste Spieler des Turniers). Kürzlich gewann er mit Liverpool die Champions League, daneben zeigte sich der frühere Angreifer des FC Basel auch in der Liga erfolgreich: Er liess sich zum Torjäger der Premier League krönen – und vielleicht auch bald mit dem gewonnen Afrika Cup? Es wäre der achte Titel des erfolgreichsten Teams des Kontinents (gefolgt von Kamerun mit fünf Titeln).

Ahmed Elmohamady, Ägypten (Wikipedia/Rach).