Den Afrika-Cup am häufigsten für sich entscheiden konnten Ägypten (7 Titel) und Kamerun (5 Titel). Von den Mannschaften, die ins Viertelfinale vorgestossen sind, konnte nur Mali den Pokal noch nie erringen. Wir liefern die Übersicht, wer wie lange schon auf den Titel wartet.
Die Viertelfinals haben es in sich, am 9. und 10. Januar warten diese hochkarätigen Duelle:
Mali misst sich mit Senegal, Kamerun trifft auf Marokko, Algerien bekommt es mit Nigeria zu tun und Ägypten kämpft mit der Elfenbeinküste um den Vorstoss ins Halbfinale.
FIFA-Präsident Gianni Infantino liebäugelt mit der nächsten Mega-WM: Schon 2026 steigt die Endrunde erstmals mit 48 Teams, nun steht sogar eine Ausweitung auf 64 Nationen im Raum.
Mehr Länder, mehr Spiele, mehr Fußball. Doch der Blick auf die bisherige Politik bei der Startplatz-Verteilung zeigt: Europa profitiert jeweils am stärksten, während Afrika und Asien trotz ähnlich vieler Verbände weiter hintenanstehen.
Dies zeigt die gegenwärtige Aufstockung von 32 auf 48 Teams
Für die WM 2026 wurden die Plätze so aufgestockt:
Europa (UEFA): 16 Teams
Afrika (CAF): 9 Teams (+ evtl. 1 Playoff)
Asien (AFC): 8 Teams (+ evtl. 1 Playoff)
Südamerika (CONMEBOL): 6 Teams (+ evtl. 1 Playoff)
Nord-/Mittelamerika (CONCACAF): 6 Teams (+ evtl. 1 Playoff)
Ozeanien (OFC): 1 Team (+ evtl. 1 Playoff)
Europa stellt also rund ein Drittel des Teilnehmerfeldes, obwohl die UEFA nur 55 der insgesamt 218 FIFA-Mitglieder zählt. Afrika hat 54 Mitglieder, bekommt aber nicht einmal halb so viele Startplätze wie Europa.
In der afrikanischen WM-Qualifikation festigt Kamerun nach dem Sieg über Libyen. Nigeria dagegen fällt auf Rang 4 zurück. Favoriten wie Elfenbeinküste, Algerien, Ghana und Marokko ziehen souverän vorneweg. Die Details der jüngsten Qualifikationsrunde.
Gruppe A:
Guinea-Bissau 1:2 Burkina Faso – Burkina Faso zieht an Sierra Leone vorbei und festigt Platz 2.
Äthiopien 6:1 Dschibuti – Äthiopien verbessert sein Torverhältnis, bleibt aber auf Platz 4.
Ägypten 1:0 Sierra Leone – Ägypten behauptet souverän die Tabellenspitze mit 16 Punkten.
Gruppe B:
Sudan 1:1 Südsudan – Ein Punkt für beide Teams ändert wenig an der Tabellenkonstellation.
Mauretanien 0:2 DR Kongo – DR Kongo bleibt Tabellenführer mit 13 Punkten.
Senegal 2:0 Togo – Senegal bleibt dicht hinter DR Kongo mit 12 Punkten.
Nigeria vor dem Aus: Togo gewinnt bei der Qualifikation zur African Nations Championship, der
Afrikanischen Nationenmeisterschaft gleich mit 4:1 Toren gegen Nigeria. Ein
schwerer Schlag, denn noch bei der Austragung 2018 erreichte Nigeria das Finale
und verlor dieses zuletzt gegen Marokko.
Algerien oder Marokko eine dieser beiden Mannschaften
wird die Endrunde des Turniers nicht erreichen. Das Hinspiel zwischen Algerien
und Marokko endet 0:0, während sich Tunesien mit 1:0 gegen Libyen durchsetzt.
Eine gute Ausgangslage erarbeitete sich Senegal, die
Westafrikaner siegten mit 1:0 gegen die Auswahl aus Guinea. Ebenfalls in
Rücklange sind die Elfenbeinküste (0:2 gegen Niger) und Ghana (0:1 gegen
Burkina Faso). Mit einem Bein an der Endrunde ist dagegen die DR Kongo nach dem
2:0 Erfolg über die Zentralafrikanische Republik. In der
Zentral-Ost-Qualifikationsgruppe siegten gleich alle drei Auswärtsteams: Uganda
3:0 bei Burundi, Ruanda 1:0 in Äthiopien und Sudan 1:0 in Tansania (die Treffer
für Ruanda und Sudan fielen zudem beide in der 61. Minute). Ebenfalls auf dem
Sprung an die Endrunde sind Sambia (1:0 gegen Eswatini), Madagaskar (1:0 gegen
Namibia) und Simbabwe (3:1 gegen Lesotho).
Die African Nations Championship werden einzig mit
Spielern aus dem eigenen Land die auch in der heimischen Liga spielen,
ausgetragen. Leader in der Torjäger-Wertung ist Patrick Kaddu (Uganda) mit vier
Toren vor Moussa Koné (Mali) und Prince Dube (Simbabwe) mit je drei Treffern.
Daniel Gerber
Nationalteam von Togo (Bild: wikipedia/The weaver).
Baghdad Bounedjah entscheidet den 32. Afrika Cup mit
einem merkwürdigen Tor in der 2. Minute. Sein Schuss prallt an einem Gegenspieler
ab, wirbelt hoch durch die Luft und fällt danach hinter dem Torhüter ins Netz.
Da Senegal auch zum fünften Mal in einem Medaillenspiel (bisher dreimal 0:1 in
Spiel um Platz drei und einem Penalty-Pleite nach 0:0 im Finale) erneut nicht
trifft, holen die Nordafrikaner nach 1990 zum zweiten Mal den Titel.
Baghdad Bounedjah leistet damit sein zweites Tor, nach
dem 1:0 vom Penaltypunkt aus in der Gruppenphase gegen Kenia.
Der Mann, der somit Algerien mit einem äusserst frühen, verblüffenden Tor zum zweiten grossen Triumph an diesem kontinentalen Turnier schiesst, heisst Baghdad Bounedjah. Der 27-Jährige kam in Oran, in der Kabiley zur Welt. Seit 2015 spielt der Mittelstürmer, dessen Marktwert auf acht Millionen geschätzt wird, in Katar, beim Team Al Sadd. Sein Vertrag läuft noch bis 2024, somit dürfte er bei der WM in seinem Arbeitgeber-Land eine Art «Heimspiel» feiern dürfen.
Riyad Mahrez und Sadio Mané stehen im Finale des
Afrika Cup und laden damit zu einem Gipfeltreffen der besonderen Art:
Senegal-Stürmer Sadio Mané gewann mit dem FC Liverpool die Champions League.
Algerien-Angreifer Riyad Mahrez holte mit Manchester City die englische
Meisterschaft, den FA-Cup und den Liga-Pokal; in der Champions League reichte
es immerhin bis ins Viertelfinale. Nun stehen sich also zwei der ganz grossen
Stars des Turniers im Finale gegenüber.
Ein Favorit ist kaum auszumachen, auch wenn Algerien
in der Offensive einen gefährlicher war (mit 11 erzielten Toren gegenüber 7).
Gleichzeitig aber hat Senegal in den bisherigen sechs Spielen nur ein einziges
Gegentor kassiert (bei der 0:1-Niederlage im Gruppenspiel gegen … Algerien, das
im bisherigen Turnier auch nur zwei Gegentreffer kassiert hatte).
Auf dem Papier war der Weg ins Finale für Algerien ein
wenig schwieriger. Beide stammen aus der Gruppe C, danach folgte für die
Nordafrikanern Guinea (Rang 11 in Afrika), Elfenbeinküste (10) und Nigeria (Rang
5). Senegal hatte es mit Uganda (14), Benin (15) und Tunesien (4) zu tun.
In der Meisterschaft verfügt Riyad Mahrez noch über einen Vertrag bis 2023, gleich wie jener von Sadio Mané, der gegenwärtig auch mit einem Wechsel zu Real Madrid in Verbindung gebracht wird.
Adam Ounas will es, Sadio Mané und Odion Ighalo nicht.
Der Afrika Cup 2019 könnte nahezu ein Novum bieten: Erst einmal in der
Geschichte des Turniers, mit inzwischen 31 Austragungen, standen sich im
Endspiel zwei Vertreter aus Nordafrika gegenüber: 2004 besiegte Tunesien im
Finale das Team aus Marokko mit 2:1-Toren. Nun könnten mit Tunesien und Algerien
zum zweiten Mal eine solche Konstellation eintreten.
Ein Nordafrika-Final würde sich Algeriens Adam Ounas (und
Tunesiens Youssef Msakni) wohl Wünschen, dies würde bedeuten, dass der
gegenwärtig beste Torschütze Algeriens mit drei Turnier-Toren – mit seinem Team
im Finale stehen würde. Dagegen etwas einzuwenden haben Senegals Sadio Mané und
Nigerias Odion Ighalo, die sich die Führung in der Torjägerwertung mit Adam
Ounas teilen.
Während Nigeria, Algerien und Senegal über fleissige
Punktesammler verfügen, zeigte sich Tunesien bislang bezüglich Toren als geizig.
Youssef Msakni traf bislang als einziger
zweimal, vier weitere Schützen lieferten je einen Treffer. Zusammengezählt also
so viel wie Sadio Mané und Odion Ighalo zusammengerechnet. Tunesien gewann nur
drei Punkte in der Gruppe (dreimal Unentschieden), dazu reichten total zwei Treffer.
Und im Achtelfinal erfolgte ein Sieg nach Penaltys nach dem 1:1 gegen Ghana. Erst
gegen Madagaskar folgten mehr als ein Tor pro Spiel, diesmal gleich drei, wenn
auch erst in der zweiten Halbzeit.
Von den vier Halbfinalisten haben ausser Senegal alle
den Titel bereits mindestens einmal gewonnen. Nigeria in den Jahren 1980, 1994
und 2013, Algerien 1990 und Tunesien 2004. Senegal stand bislang viermal im Halbfinale
und einmal im Finale, im Jahr 2002, als das Team im Penaltyschiessen gegen
Kamerun verlor.
Adam Ounas und Riyad Mahrez schiessen Algerien beim
3:0-Erfolg über Guinea ins Viertelfinale, ihre Mannschaft ist die womöglich
einzige Equipe aus Nordafrika, die im Titel-Rennen am diesjährigen Afrika Cup
verbleibt. Zumindest wenn Tunesien gegen Ghana ausscheiden sollte.
Adam Ounas ist zusammen mit drei anderen Spielern nun führend in der Torjägerliste, er lieferte in vier Spielen insgesamt drei Tore. Dicht auf den Versen sind ihm zwei weitere Algerier: Riyad Mahrez und Youcef Belaili (Schütze zum 1:0 gegen Guinea) kommen ebenfalls auf je zwei Tore. Mit diesen drei Athleten verfügt die Mannschaft über die gegenwärtig breiteste Offensive unter den Mehrfach-Torschützen. Die drei lassen ihre Nation von 1990 träumen, als Algerien den Cup zum ersten und bisher einzigen Mal gewonnen hat.
Insgesamt trugen sich bislang fünf Algerier in die Torjägerliste ein (aus Mali sogar sieben, wobei nur Mohamed Yattara doppelt traf und aus Madagaskar sechs, wovon Carlous «Andria» Andriamatsinoro zweimal skorte).
Zurück zum Algerien-Dreizack, die Mehrfach-Torschützen leisten auch auf Club-Ebene solide Arbeit: Adam Ounas (22) steht noch bis 2022 bei Napoli in Italien unter Vertrag, wo er bei 25 Einsätzen drei Tore erzielt hat. Dazu kommen drei Treffer in acht Länderspielen, von ihm dürfte man noch viel hören. Bestens bekannt ist Riyad Mahrez von Manchester City. Der 28-Jährige schoss in der Premier League bereits 46 Tore (und 32 Assists), dazu kommen in 15 Champions-League-Einsätzen fünf Tore (und 6 Assists). In 50 Länderspielen kamen zwölf Tore dazu. Und Youcef Belaili (27), gegenwärtig bei Esperance Tunis unter Vertrag, spielte davor in der französischen Ligue 1 bei SCO Angers.
Am Afrika-Cup gehört André Onana zu den
«zu-Null-Helden»: Auch nach 180 Spielminuten ist der Kamerun-Keeper noch
ungeschlagen. Keine Selbstverständlichkeit: Immerhin hiessen die bisherigen
Gegner Ghana (0:0) und Guinea-Bissau (2:0). Damit ist seine Mannschaft mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für das Viertelfinale qualifiziert.
Neben André Onana mit Kamerun sind nur noch Ägypten (mit
Mohamed El Shenawy), Algerien (mit Rais M’Bolhi) und Marokko (mit Bono) ohne
Gegentreffer; also nur noch vier von 24 Equipen haben eine reine Weste. Dass an
diesem Spieltag gleich alle drei Matches 0:0 endeten, dürfte an sämtlichen
Länderspiel-Endrunden ein Novum darstellen.
Auch auf Clubebene zählt der 35-Millionen-Goalie (er ist damit in der Top-Ten der wertvollsten Spieler und mit Abstand der wertvollste Torhüter des diesjährigen Afrika-Cup) gehört André Onana zu den absoluten Überfliegern: Als Schlussmann von Ajax Amsterdam ist der 23-Torwart heuer zweiter in der niederländischen Meisterschaft geworden und in der Champions League bis ins Halbfinale vorgestossen, nachdem zunächst Real Madrid und später Juventus Turin aus dem Wettbewerb geworfen wurde. Er ist nicht nur ein grosses Versprechen für die Zukunft, sondern auch für das gegenwärtig laufende Turnier.
Ägypten und Nigeria sind vorzeitig für die Achtelfinals
qualifiziert und auch die weiteren Favoriten zeigen solide Leistungen.
Gastgeber Ägypten reihte an den 1:0-Erfolg über das
Team aus Simbabwe nun am zweiten Spieltag einen 2:0-Erfolg
über DR Kongo, das zweite Tor lieferte Mohamed Salah, der Liverpool-Stürmer
ist der Fussballer, dem der höchste Marktwert des Turniers (150 Millionen Euro)
beigemessen wird. Damit haben die Pharaonen das Achtelfinal-Ticket gelöst, in
der Direktbegegnung vom Sonntag mit Uganda geht es «nur» noch um den
Gruppensieg. Mit je einem 1:0-Triumph über Burundi und Madagaskar steht auch
Nigeria bereits als Achtelfinal-Teilnehmer fest.
Auch weitere Favoriten gaben sich zum Start keine
Blösse: Senegal (der Teilnehmer mit dem wertvollsten Kader aber noch ohne Titel
am Afrika Cup) und Algerien gewannen ihre Startduelle jeweils mit 2:0: Senegal
triumphierte mit diesem Ergebnis über Tansania und Algerien über Kenia.
Ebenso reihten sich die Elfenbeinküste (1:0 über
Südafrika), Marokko (1:0 über Namibia) und Kamerun (2:0 über Guinea-Bissau)
unter die Sieger ein.
Letztlich «stolperten» nur Tunesien aus dem Lostopf 1
beim 1:1-Unentschieden gegen Angola aus dem vierten Lostopf sowie Ghana beim
2:2 gegen Benin – eine echte Pleite eines Turnier-Favoriten ist bislang
ausgeblieben. Einzig die DR Kongo, eine der Top-Mannschaften aus dem zweiten
Lostopf, könnte sich – ohne zu den grossen Favoriten zu gehören – frühzeitig aus
dem Turnier verabschieden, dies nach den beiden Niederlagen gegen Ägypten und Uganda.