André Onana – der König der Unbezwungenen

Am Afrika-Cup gehört André Onana zu den «zu-Null-Helden»: Auch nach 180 Spielminuten ist der Kamerun-Keeper noch ungeschlagen. Keine Selbstverständlichkeit: Immerhin hiessen die bisherigen Gegner Ghana (0:0) und Guinea-Bissau (2:0). Damit ist seine Mannschaft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für das Viertelfinale qualifiziert.

Neben André Onana mit Kamerun sind nur noch Ägypten (mit Mohamed El Shenawy), Algerien (mit Rais M’Bolhi) und Marokko (mit Bono) ohne Gegentreffer; also nur noch vier von 24 Equipen haben eine reine Weste. Dass an diesem Spieltag gleich alle drei Matches 0:0 endeten, dürfte an sämtlichen Länderspiel-Endrunden ein Novum darstellen.

Auch auf Clubebene zählt der 35-Millionen-Goalie (er ist damit in der Top-Ten der wertvollsten Spieler und mit Abstand der wertvollste Torhüter des diesjährigen Afrika-Cup) gehört André Onana zu den absoluten Überfliegern: Als Schlussmann von Ajax Amsterdam ist der 23-Torwart heuer zweiter in der niederländischen Meisterschaft geworden und in der Champions League bis ins Halbfinale vorgestossen, nachdem zunächst Real Madrid und später Juventus Turin aus dem Wettbewerb geworfen wurde. Er ist nicht nur ein grosses Versprechen für die Zukunft, sondern auch für das gegenwärtig laufende Turnier.

André Onana (Bild: Wikipedia/Femke Kruize).

Afrika-Cup-Favoriten solide: Ägypten und Nigeria schon für Achtelfinale qualifiziert

Ägypten und Nigeria sind vorzeitig für die Achtelfinals qualifiziert und auch die weiteren Favoriten zeigen solide Leistungen.

Gastgeber Ägypten reihte an den 1:0-Erfolg über das Team aus Simbabwe nun am zweiten Spieltag einen 2:0-Erfolg über DR Kongo, das zweite Tor lieferte Mohamed Salah, der Liverpool-Stürmer ist der Fussballer, dem der höchste Marktwert des Turniers (150 Millionen Euro) beigemessen wird. Damit haben die Pharaonen das Achtelfinal-Ticket gelöst, in der Direktbegegnung vom Sonntag mit Uganda geht es «nur» noch um den Gruppensieg. Mit je einem 1:0-Triumph über Burundi und Madagaskar steht auch Nigeria bereits als Achtelfinal-Teilnehmer fest.

Auch weitere Favoriten gaben sich zum Start keine Blösse: Senegal (der Teilnehmer mit dem wertvollsten Kader aber noch ohne Titel am Afrika Cup) und Algerien gewannen ihre Startduelle jeweils mit 2:0: Senegal triumphierte mit diesem Ergebnis über Tansania und Algerien über Kenia.

Ebenso reihten sich die Elfenbeinküste (1:0 über Südafrika), Marokko (1:0 über Namibia) und Kamerun (2:0 über Guinea-Bissau) unter die Sieger ein.

Letztlich «stolperten» nur Tunesien aus dem Lostopf 1 beim 1:1-Unentschieden gegen Angola aus dem vierten Lostopf sowie Ghana beim 2:2 gegen Benin – eine echte Pleite eines Turnier-Favoriten ist bislang ausgeblieben. Einzig die DR Kongo, eine der Top-Mannschaften aus dem zweiten Lostopf, könnte sich – ohne zu den grossen Favoriten zu gehören – frühzeitig aus dem Turnier verabschieden, dies nach den beiden Niederlagen gegen Ägypten und Uganda.

Daniel Gerber

Senegalesische Fans (Wikipedia/kyselak).

Guinea und Tunesien überstrahlen alle

Die lustigste Gruppe in der Qualifikation zum Afrika Cup 2019 ist die Gruppe K: Die vier Mannschaften Guinea-Bissau, Mosambik, Sambia und Namibia trugen alle bisher drei Spiele aus und alle Equipen kommen nun auf exakt vier Punkte, jedes Team hat einmal gewonnen, einmal verloren und einmal unentschieden gespielt. Und die Torverhältnisse lauten je zweimal 4:4 und je zweimal 3:3.

Guinea und Tunesien sind die einzigem Mannschaften, welche alle drei Matches für sich entscheiden konnten. Die Teilnahme an der Endrunde dürfte diesen beiden Teams kaum mehr zu nehmen sein.

Senegal und Madagaskar erkämpften sich mit je einem Sieg in der Gruppe A eine gute Ausgangslage: Beide Teams sind auch nach drei von sechs Qualifikationsspielen noch ohne Niederlage und führen die Gruppe mit vier (respektive sieben) Punkten Vorsprung vor Äquatorialguinea und Sudan an.

Ebenfalls zu den noch ungeschlagenen Mannschaften gehört Gastgeber Kamerun (Gruppe B) und des Weiteren Mali und Burundi (Gruppe C), Algerien (D), Südafrika (E), Simbabwe (G), Guinea (H), Tunesien (J) und Uganda (L).

Am meisten Tore, nämlich je vier Treffer, haben Odion Ighalo und Knowledge Musona erzielt.

Odion Ighalo, Nigeria (Bild: Wikipedia/Franziska).

Afrika Cup Qualifikation: Libyen schockt Nigeria

Das Rennen um die Teilnahme am Afrika Cup 2019 in Kamerun geht weiter: Senegal bleibt nach dem Unentschieden in Madagaskar weiterhin ungeschlagen in der Gruppe A, während der Sudan nach der 0:1-Niederlage in Äquatorialguinea weiterhin ohne Zähler dasteht.

Kamerun, dessen Auftritte in der Gruppe B letztlich Testspiel-Charakter haben, musste sich auf den Komoren mit einem 1:1-Unentschieden begnügen. Nach zwei von sechs Runden in der entscheidenden Gruppenphase ist Mali den halben Weg schon fast gegangen: Nach dem 3:0-Erfolg gegen den Südsudan führt das Team mit sechs Punkten seine Gruppe an. Ebenso noch ungeschlagen sind Algerien und Benin in der Gruppe D; ebenso Libyen und Südafrika in der Gruppe E: Beide Mannschaften kommen auf vier Punkte. Dies zum Schock von Nigeria: Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist derzeit auf einen Nicht-Punkte-Platz. Dies weil Südafrika am ersten Spieltag der Gruppe mit 2:0 in Nigeria gewonnen hatte und sich nun mit einem Unentschieden von Libyen trennte. Libyen besiegte wie Nigeria zudem die Seychellen. Die Spiele zwischen Nigeria und Libyen (am 10. und 13. Oktober) dürften vorentscheidenden Charakter haben.

In der Gruppe F haben alle vier Mannschaften (Ghana, Sierra Leone, Kenia und Äthiopien) je drei Punkte, während in der Gruppe G Simbabwe und die DR Kongo ungeschlagen mit je vier Punkten derzeit qualifiziert wären. In den Gruppen H und I führt je ein Team mit sechs Punkten Vorsprung (Guinea und Mauretanien), jeweils gefolgt von zwei Mannschaften mit drei Zählern (Elfenbeinküste und Zentralafrikanische Republik sowie Burkina Faso und Angola). In der Gruppe J führt Tunesien mit sechs Punkten vor Ägypten mit drei Zählern und in der Gruppe K sind Guinea-Bissau und Mosambik mit je vier Punkten noch ungeschlagen, während in der Gruppe L nur Uganda auf vier Punkte kommt.

Paulin Voavy und Knowledge Musona sind mit je drei Treffern die besten Skorer der bisherigen Qualifikation. Moussa Sow gehört zu den vielen Fussballern, denen bislang zwei Treffer gelangen.

Moussa Sow (Bild: Wikipedia/Ultraslansi).

Jetzt ist Nigeria das beste Team Afrikas

Durch den 2:0-Sieg über Island schiebt sich Nigeria in der ewigen Rangliste der Weltmeisterschaft auf den 29. Rang vor. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas kommt neu auf 21 Punkte an einer WM-Endrunde. Damit wird das Nachbarland Kamerun (19 Punkte, nicht an der WM dabei) überholt. Ausserdem zieht Nigeria dadurch an Schottland und Costa Rica vorbei, die ebenfalls auf 19 Zähler kommen.

Am jüngsten Africa Cup im Winter 2017 aber hatte Nigeria zusehen müssen, wie Kamerun den Titel holte. Auf dem Kontinent sind gegenwärtig die «Les Lions indomptable» («Die unzähmbaren Löwen») dennoch die Nummer eins.

Ebenfalls einen weiteren Schritt in der ewigen Tabelle voran macht Senegal. Durch den Punktegewinn beim 2:2-Unentschieden gegen Japan kommt diese Mannschaft auf mittlerweile 12 Punkte an einer Endrunde. Somit rückt Senegal mittlerweile auf Rang 41 vor und drängt Algerien auf den 42. Platz, da die Nordafrikaner den schlechteren Punkteschnitt haben.

Olarenwaju Kayode aus Nigeria (Bild: Wikipedia/Werner100359).

SNVI – Trucks und Busse aus Algerien

In Algerien baut SNVI seit mehreren Jahrzenten Lastwagen, Busse und auch Militärtrucks. Das Unternehmen wurde bereits 1967 gegründet. Die Abkürzung steht für Nationale des Véhicules Industriels.

Der Hersteller findet sich ganz im Norden des Landes, in der Stadt Rouiba nahe der Küste. Der Spitzname der Stadt mit über 60’000 Einwohnern lautete «La petite Suisse», also «die kleine Schweiz». Neben diesem Haupt-Standpunkt, der rund 30 Kilometer im Osten der Hauptstadt Algiers liegt, wurden vier Ableger errichtet, unter anderem in Constantine und Oran.

Rund 8000 Menschen arbeiten für SNVI, die Firma wurde damals von der algerischen Regierung initiert. Der bislang grösste Output an Lastwagen, Bussen und Militär-Kraftfahrzeugen sowie Anhängern für Lkw geschah im vergangenen Jahrhundert, damals wurden bis zu 6000 Fahrzeuge pro Jahr hergestellt. Gegenwärtig sind es weniger, das Ziel ist aber, wieder die gleiche Produktionsrate zu erreichen.

Ein algerischer SNVI (Bild: Wikipedia/SNVI).

Die Fernas-142: Algerien baute eigenes Flugzeug für Airforce

Mit der Fernas-142 baute Algerien, das flächenmässig grösste Land Afrikas, ein eigenes Flugzeug für die Air Force (auch Armée de l’air algérienne).

Es handelt sich dabei um einen Nachbau des Zlin Z 42, eines zweisitzigen Trainingsfliegers aus der Tschechoslowakei sowie der weiterentwickelten Version 142. Der Erstflug der Maschine ging auf das Jahr 1967 zurück.

Bald wurde der Zlin in verschiedenen Ländern in fünf Kontinenten eingesetzt, darunter auch in zwei Ländern Nordafrikas: In Ägypten und wie erwähnt im Lizenznachbau namens Fernas-142 in Algerien.

Algerien baute Fernas-142 für eigene Armee (Bild: Wikipedia/Bob Adams).

Teilnehmer 2017 im Check – Teil 5: Algerien mit Premier-League-Sieger

Algerien gehört zu den Teams, die sich ungeschlagen für die Endrunde qualifiziert haben. Neben den fünf Siegen und einem Unentschieden trumpfte die Mannschaft aus Nordafrika auch beim Torverhältnis gross auf; dieses lautet 25:5-Tore. Einzig beim 3:3 in Äthiopien gingen zwei Punkte verloren, in dieser Begegnung kassierte das Team zudem mehr Gegentore als in den restlichen fünf Qualifikationsspielen zusammengerechnet. In dieser Begegnung zeigte die Mannschaft Moral: Sie lag 0:1, 1:2 und später 2:3 zurück, ehe doch noch ein Punkt mit nach Hause genommen werden konnte. Algerien konnte den Titel anno 1990 letztmals gewinnen. Das Team dürfte heiss auf den zweiten Titel sein.

 

Der Star: Islam Slimani (23 Tore in der Nationalmannschaft, neu bei Leicester City)

Der Teuerste: Riyad Mahrez (Geschätzter Marktwert: 30 Millionen Euro, Top-Spieler beim englischen Meister Leicester City).

Besonderes: Die Spieler der Mannschaft treten in Ligen in 15 verschiedenen Nationen an, von Italien über Spanien, Deutschland, Frankreich, England bis hin zu Katar und die Türkei.

Bisher am Afrika Cup: Algerien startete 15mal in der Endrunde, 1990 gingen die Nordafrikaner als Sieger hervor.

FIFA Ranking: 38. Beste Klassierung: 18 (im Jahr 2014). Durchschnittliche Klassierung: 55.

Riyad Mahrez (Bild: Wikipedia/Clément Bucco-Lechat).

Senegal mit sechs Siegen in Serie – Teilnehmer des Africa-Cup 2017 bekannt

Nun ist klar, welche Teams den Africa-Cup 2017 bestreiten:  Aus der Gruppe A qualifizieren sich zwei Teams: Gruppensieger Tunesien sowie Togo als einer der beiden bestplatzierten Gruppenzweiten. Die DR Kongo schaffte den Sprung aus der Gruppe B.

Aus der Gruppe D gelangten ebenfalls zwei Teams in die Endrunde: Burkina Faso und Uganda. Guinea-Bissau gewann die Gruppe E und Simbabwe setzte sich in der Gruppe L durch.

Etliche Mannschaften erreichten den Africa Cup ungeschlagenen: Mali (16 Punkte, Gruppe C), Marokko (16 Punkte, Gruppe F), Ägypten (10 Punkte (nur vier Spiele), Gruppe G), Ghana (14 Punkte, Gruppe H), Elfenbeinküste (6 Punkte (nur vier Spiele, 1 Sieg, 3 Unentschieden), Gruppe I), Algerien (16 Punkte, Gruppe J), Senegal (18 Punkte, Gruppe K) und Kamerun (14 Punkte, Gruppe M).

Senegal war die einzige Mannschaft, die alle sechs Spiele für sich entscheiden konnte. Erfolgreichster Torschütze in der Qualifikation war El Arabi Hillel Soudani.

Diese Mannschaften werden ergänzt durch Gastgeber Gabun.

Zu den grossen Abwesenden  gehören Kap Verde, Südafrika, Nigeria und Äquatorialguinea.

Algeriens El Arabi Hillel Soudani (Bild: Wikipedia/Clément Bucco-Lechat).
Algeriens El Arabi Hillel Soudani (Bild: Wikipedia/Clément Bucco-Lechat).

Olympia: Nigeria im Viertelfinale – Südafrika mit Chancen

Nigeria steht dank einem überragenden Oghenekaro Etebo bereits nach zwei Runden als erster Viertelfinalteilnehmer fest. Das afrikanische Team fertigte zunächst Japan in einer 9-Tore-Show mit 5:4-Treffern ab. Am zweiten Spieltag in der Gruppe wurde Schweden mit 1:0-Treffern bezwungen. Da die anderen Mannschaften untereinander Unentschieden spielten, kann das zweiplatzierte Kolumbien Nigeria nicht mehr abfangen.

Ebenfalls noch Viertelfinalchancen sind Südafrika zuzurechnen. Mit einem Unentschieden gegen Brasilien und einer Niederlage gegen Dänemark liegt das Team zwar auf dem letzten Platz. Spielen aber Dänemark gegen Brasilien unentschieden, könnte Südafrika mit einem Sieg über den Irak dennoch eine Runde weiterkommen.

Keine Chance mehr auf ein Weiterkommen hat Algerien, selbst bei einem hohen Sieg und Niederlage der beiden Teams anderen Teams: Die Direktbegegnungen machen den Nordafrikanern einen Strich durch die Rechnung.

Nigerias Oghenekaro Etebo ist zusammen mit dem Mexikaner Erick Gutierrez mit vier Treffern aus zwei Spielen aktueller Leader der Torjäger-Wertung.